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Lipödem ist eine wenig verstandene und oft missverstandene Erkrankung, die vor allem Frauen betrifft. Es handelt sich dabei um eine Fettverteilungsstörung, die zu einer ungleichmäßigen Ansammlung von Fettgewebe in bestimmten Körperbereichen führt, häufig an den Oberschenkeln, Hüften und Armen. Viele Menschen sind sich nicht bewusst, dass lipödem eine medizinische Erkrankung ist und dass es sich von herkömmlichem Übergewicht oder Adipositas unterscheidet. In diesem Artikel wollen wir einige der gängigsten Mythen rund um Lipödem aufklären und die Wahrheit über diese Krankheit herausfinden.
Mythos 1: Lipödem ist dasselbe wie Übergewicht
Ein häufiger Mythos über Lipödem ist, dass es sich einfach um eine Form von Übergewicht handelt. Tatsächlich ist Lipödem jedoch keine Folge von ungesundem Lebensstil oder übermäßigem Kalorienkonsum. Bei Lipödem handelt es sich um eine genetische Fettverteilungsstörung, die nicht durch Diät oder Bewegung beeinflusst werden kann. Die Fettansammlungen bei Lipödem sind anders als bei normalem Übergewicht. Sie sind lokalisiert und betreffen oft nur bestimmte Körperpartien wie die Oberschenkel, Hüften und Arme. Die Fettansammlungen bei Lipödem sind auch resistent gegen Diäten und Sport.
Mythos 2: Lipödem kann durch Sport und Diät geheilt werden
Viele Menschen glauben, dass Lipödem durch Sport und Diät geheilt werden kann, was leider nicht zutrifft. Während regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung dabei helfen können, die Symptome von Lipödem zu lindern, wie etwa Schwellungen und Schmerzen, können sie die Fettansammlungen nicht vollständig beseitigen. Lipödem ist eine chronische Erkrankung, die nicht durch einfache Maßnahmen wie Abnehmen behandelt werden kann. Eine gezielte Therapie, wie zum Beispiel Kompressionstherapie, Lymphdrainage oder in einigen Fällen auch eine chirurgische Behandlung, ist notwendig, um die Symptome zu lindern.
Mythos 3: Lipödem betrifft nur übergewichtige Frauen
Es ist ein weit verbreiteter Mythos, dass nur übergewichtige Frauen an Lipödem leiden. In Wirklichkeit können auch Frauen mit normalem Gewicht oder sogar sehr dünne Frauen an Lipödem erkranken. Lipödem ist eine genetische Erkrankung, die durch hormonelle Veränderungen, wie sie in der Pubertät, während der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren auftreten, ausgelöst oder verschärft werden kann. Das bedeutet, dass Frauen jeder Körperform und -größe betroffen sein können, unabhängig davon, ob sie übergewichtig sind oder nicht.
Mythos 4: Lipödem verursacht keine Schmerzen
Ein weiterer weit verbreiteter Mythos ist, dass Lipödem keine Schmerzen verursacht. In Wirklichkeit erleben viele Frauen mit Lipödem Schmerzen und Empfindlichkeit in den betroffenen Bereichen. Das Fettgewebe bei Lipödem ist oft härter als normales Fettgewebe und kann bei Berührung schmerzen. Zudem führen die Fettansammlungen zu einer schlechten Blutzirkulation und einer Ansammlung von Flüssigkeit, was zu Schwellungen und einem Gefühl der Schwere führen kann. Bei fortschreitendem Lipödem können die Schmerzen und Beschwerden sogar zunehmen.
Mythos 5: Lipödem betrifft nur ältere Frauen
Obwohl Lipödem häufig bei Frauen im mittleren bis höheren Alter diagnostiziert wird, kann die Krankheit auch jüngere Frauen betreffen. Die Symptome von Lipödem treten oft erstmals in der Pubertät auf, können aber auch während der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren verschärft werden. Die Krankheit wird häufig erst im Erwachsenenalter richtig diagnostiziert, was dazu führt, dass viele Frauen jahrelang mit den Symptomen leben, ohne zu wissen, dass sie an Lipödem leiden.
Mythos 6: Lipödem ist nur kosmetisch
Ein häufig gehörter Mythos ist, dass Lipödem nur ein kosmetisches Problem ist und keine ernsthaften gesundheitlichen Auswirkungen hat. Dies ist jedoch weit von der Wahrheit entfernt. Lipödem ist eine chronische Erkrankung, die nicht nur das Aussehen beeinflusst, sondern auch zu erheblichen physischen und emotionalen Beschwerden führen kann. Schmerzen, Schwellungen und das Gefühl der Schwere in den betroffenen Bereichen können das tägliche Leben erheblich beeinträchtigen. Darüber hinaus führt Lipödem häufig zu einer schlechten Lebensqualität und kann das Selbstbewusstsein der Betroffenen negativ beeinflussen.
Mythos 7: Lipödem kann nur operativ behandelt werden
Ein weiterer Mythos über Lipödem ist, dass die einzige Möglichkeit zur Behandlung eine Operation ist. Zwar kann in einigen Fällen eine Fettabsaugung helfen, die Fettansammlungen zu verringern, ist dies jedoch nicht die einzige Behandlungsmöglichkeit. In vielen Fällen sind konservative Therapien wie Kompressionstherapie, manuelle Lymphdrainage und regelmäßige Bewegung sehr effektiv, um die Symptome zu lindern und das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen. Eine Operation sollte nur in Betracht gezogen werden, wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichend helfen.
Fazit
Es gibt viele Missverständnisse über Lipödem, die dazu führen können, dass Betroffene ihre Krankheit nicht richtig verstehen oder nicht die richtige Behandlung erhalten. Es ist wichtig, die Mythen zu entkräften und die Wahrheit über diese Erkrankung zu erkennen. Lipödem ist eine genetische, chronische Erkrankung, die nicht durch Diät oder Bewegung alleine geheilt werden kann. Es ist wichtig, frühzeitig eine richtige Diagnose zu stellen und sich über die besten Behandlungsoptionen zu informieren. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Sie an Lipödem leiden, suchen Sie unbedingt einen Facharzt auf, der Sie über die verfügbaren Therapieoptionen aufklären kann.
